crossHarnwegsinfekte, ein Problem der mangelnden Immunabwehr?

Blasenentzündungen machen sich in der Regel mit starkem Harndrang bemerkbar, der auch dann anhält, wenn die Blase leer ist und der Urin nur noch tröpfchenweise herauskommt. Dazu gesellt sich ein brennendes Gefühl, das erst nur beim Wasserlassen erscheint, später aber auch nach dem Toilettengang bestehen bleibt. Je weiter die Blasenentzündung dann fortschreitet, umso unangenehmer werden die Beschwerden. Harnwegsinfekte werden in der Regel von Bakterien, seltener von Pilzen verursacht. Sie entstammen häufig der eigenen Darm- oder Vaginalflora, gelangen in die Harnröhre und wandern auf diesem Wege in die Blase.

Wird die Blasenentzündung nicht sorgfältig ausgeheilt, kann es zu einem chronischen Verlauf kommen. Wenn die Bakterien nicht in der Blase bleiben, sondern über die Harnleiter weiter nach oben in Richtung der Nieren steigen und dort die Nierenbecken besiedeln, kann eine Nierenbeckenentzündung die Folge sein. Viele Patientinnen leiden sehr viel öfter, etwa alle vier bis sechs Wochen oder gar noch häufiger, unter Harnwegsinfekten. Selbstverständlich erhalten auch diese Betroffenen bei jeder einzelnen Blasenentzündung Antibiotika vom Arzt. Antibiotika töten nicht nur die unerwünschten Bakterien in den Harnwegen, sondern auch die Scheiden- und die Darmflora. Eine intakte Darmflora jedoch ist die Voraussetzung für ein funktionierendes Immunsystem und genau hier liegt das Problem von Patientinnen mit häufigen Blasenentzündungen: Das Immunsystem ist geschwächt.

Auch der Zustand der Scheidenflora ist massgeblich an der Anfälligkeit für Harnwegsinfekte beteiligt. Während eine intakte Scheidenflora die Ansiedlung von pathogenen Keimen in der Scheide verhindert und somit auch die Infektionsrisiken der Blase verringert, können sich bei gestörter Scheidenflora schädliche Bakterien zuerst in der Scheide entwickeln und von dort in die Harnwege gelangen (Gardnerella vaginalis). Antibiotika verschlimmern somit jene Situationen, die überhaupt erst zur Entstehung der Blasenentzündung bzw. Harnwegsinfektion geführt haben und fördern damit das Risiko von immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten.

Therapie: Die Behandlung gehört nicht mehr in Laienhand, sondern wird in meiner Praxis durchgeführt. Vorab wird der Urin im Labor untersucht. Der eigentliche Grund für die chronische Blasenentzündungbei Frauen ist ein völlig anderer als schulmedizinisch angenommen. Diese komplizierten Vernetzungen im Körper, die dann ja nur einen kleinen Prozentsatz der Frauen betrifft, können mittels spezieller physikalischer Messmethoden bestimmt werden und im Anschluss daran bekommen die Patientinnen die entsprechenden Medikamente. Antibiotika müssen nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden.